Manutius Verlag Heidelberg
       
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Reihe
Texte zur Wissensgeschichte der Kunst
Georg Philipp Harsdörffer: PorträtIn der Reihe der Texte zur Wissensgeschichte der Kunst werden zentrale und weniger bekannte Quellentexte in kommentierten deutschsprachigen Ausgaben zugänglich gemacht. Den ausgewählten Texten wird dabei eine grundlegende Bedeutung für die Wissensgeschichte des Bildes in der Frühen Neuzeit zugemessen. Hierbei ist von besonderem Interesse, ob in der schriftlichen Reflexion wichtige Fragen zur Epistemologie des Bildes greifbar werden. Der genuine Malereitraktat kann dabei ebenso aussagekräftig sein wie die humanistische Impresentheorie, die Künstlervita oder wahrnehmungstheoretische Traktate und ähnliche kunstrelevante wissenschaftliche Texte. Die Öffnung der Schriftenreihe zur frühneuzeitlichen Wissenschaftsgeschichte signalisiert, daß es den Herausgebern um die grundlegende Frage des Austausches zwischen Kunst und Wissenschaft in der Frühen Neuzeit geht. Der Schwerpunkt liegt einerseits auf Texten, die der Forschung bisher unbekannt geblieben sind, andererseits aber auf solchen, die durch eine neue Übersetzung und Kommentierung stärker in aktuelle Fragestellungen der Bildforschung einbezogen werden können. Das Ziel ist, das bestehende Corpus der „Kunstliteratur“ zu erweitern und dessen eng gezogene Grenzen zu durchbrechen, indem auch Schriften in den Blick geraten, die nicht ausschließlich kunsttheoretischer Natur sind. Die Ankündigung der Buchreihe versteht sich auch als ein Aufruf an interessierte Kunst- und Wissenschaftshistoriker/innen, selbst mit Vorschlägen für eine Edition an die Herausgeber heranzutreten.

Die Texte zur Wissensgeschichte der Kunst werden von der Max-Planck-Research-Group Das wissende Bild. Epistemologische Grundlagen profaner Bildlichkeit vom 15. bis 19. Jahrhundert am Kunsthistorischen Institut in Florenz (Max-Planck-Institut) in Zusammenarbeit mit dem Manutius Verlag herausgegeben.


Editionsplan

Den Auftakt der Reihe bildet folgender Band:

Georg Philipp Harsdörffer: Kunstverständiger Discurs von der edlen Mahlerey, Nürnberg 1652, hg., kommentiert und mit einem Nachwort von Michael Thimann, Heidelberg 2008 (= Texte zur Wissensgeschichte der Kunst; 1)

Georg Philipp Harsdörffer (1607-1658) ist als Dichter, Dichtungstheoretiker, Emblematiker, Übersetzer, Wissenschaftsvermittler und Organisator des literarischen Lebens im Nürnberg des 17. Jahrhunderts bekannt. Seit der Entdeckung des Kunstverständigen Discurs von der edlen Mahlerey im Jahre 1996 ist er auch als genuiner Kunst- und Bildtheoretiker verstärkt in das Blickfeld gerückt. Mit der hier vorliegenden Edition wird dieser Text erstmals kommentiert zugänglich gemacht. Harsdörffer besaß eine große Sensibilität für die Übergänge von literarischem und bildlichem Ausdruck. Hier wird ein Autor greifbar, dem das ‚Denken in Bildern’ und der produktive Umgang mit der bildenden Kunst eine selbstverständliche Voraussetzung seines dichterischen und populärwissenschaftlichen Schaffens war. Harsdörffers Malereitraktat ist nicht nur ein zentrales Dokument für die Geschichte des Denkens und Sprechens über die Bilder in deutscher Sprache, sondern in seiner knappen Form auch ein überaus bemerkenswerter Text frühneuzeitlicher Wissensvermittlung und Wissenspopularisierung.

Folgende Titel sind in Vorbereitung:

Mario Equicola: De opportunitate (1507), hrsg., übersetzt und kommentiert von Ulrich Pfisterer (Frühjahr 2009)
René Descartes: Dioptrik (1637), hrsg., übersetzt und kommentiert von Claus Zittel und Hania Siebenpfeiffer (Ende 2009)
Raffaello da Montelupo: Fragmente einer Autobiographie (um 1566), hrsg., übersetzt und kommentiert von Heiko Damm (Frühjahr 2010)
Cristoforo Sorte: Osservazioni nella pittura (1580), hrsg., übersetzt und kommentiert von Vera Koppenleitner (2010)
Kontakt mit den Herausgebern:

PD Dr. Michael Thimann
Kunsthistorisches Institut in Florenz
Max-Planck-Institut
Via Giuseppe Giusti 44
I – 50121 Firenze
Tel.: 0039-055-2491171
Email: thimann@khi.fi.it