Richard Utz: Blind Dates

Richard Utz: Blind Dates Richard Utz

Blind Dates

Soziologische Begegnungen mit dem Alltäglichen

Gebunden, 208 Seiten

ISBN 978-3-944512-01-3
Euro 19,80


Alle Essays verdanken sich unerwarteten Anfragen und spontanen Antworten. Rasch kam ein Titel in den Sinn und von ihm ließ sich der Autor festlegen. Pure Lust an plötzlicher Reflexion und Vertrauen auf weitere Einfälle, Reinfall nicht ausgeschlossen, ermunterten zu tieferen Bohrungen. Ihre Themen suchen sie sich im Naheliegenden, im alltäglich ›Allzualltäglichen‹. Das Selbstverständliche wird zum »Abenteuer des Geistes« (Georg Simmel), zu einem »Blind Date« mit der Wirklichkeit, sobald wir die Komplizenschaft mit seiner fraglosen Gültigkeit aufkündigen und ihm auf diese Weise etwas von der überraschenden Außeralltäglichkeit zurückgeben, die es am Tag seiner Erfindung gehabt haben mag.

Friedrich Strack: Über Geist und Buchstabe bei Hölderlin

Friedrich Strack: Über Geist und Buchstabe bei HölderlinFriedrich Strack

Über Geist und Buchstabe in den frühen Schriften Hölderlins

Paperback, 112 Seiten

Anhang mit 8 farbigen Abbildungen und dem Text von Urtheil und Seyn

ISBN: 978-3-934877-97-9

Preis: Euro 24,00

Nachdem die philosophischen Studien Hölderlins lange Zeit wenig Beachtung gefunden hatten, wurden sie in den letzten dreißig Jahren – insbesondere durch die Arbeiten Dieter Henrichs und seiner Schüler – in den Vordergrund gerückt. Man schrieb Hölderlin eine Philosophie sui generis zu, die den Dichter zu einem Wortführer des frühidealistischen Denkens erklärte. Bei dieser Einschätzung spielte die philosophische Skizze Urtheil und Seyn, die Friedrich Beissner 1961 erstmals öffentlicht und auf Grund orthographischer Indizien in Hölderlins Jenaer Zeit (erste Hälfte des Jahres 1795) eingegliedert hatte, eine Schlüsselrolle. Man begriff sie als einen über Fichtes Ich-Philosophie hinausführenden Entwurf, der die Philosophie der Folgezeit entscheidend geprägt habe.
Gegenüber diesem Ansatz hat der Verfasser der vorliegenden Studie bereits früher Bedenken geäußert. Sie werden jetzt durch den Nachweis erhärtet, dass Hölderlins Skizze erst zu Beginn des Jahres 1796 niedergeschrieben sein kann. Damit wird nicht nur die frühere Datierung, sondern auch das philosophische Konzept, das Hölderlin in Jena entworfen haben soll, in Frage gestellt. Die Intention der vorliegenden Arbeit ist zu zeigen, dass Hölderlin in seinen frühen philosophischen Studien gerade nicht auf ein „Sein“ vor allem Bewusstsein zielt, sondern auf ein ästhetisches Sein (im Sinne Schillers), das ihm den „Frieden alles Friedens“ (III, 236) verbürgt.

Nach der Promotion in Philosophie mit einer Arbeit über Hölderlin frühe Schönheitsidee („Ästhetik und Freiheit“) und der Habilitation in Germanistik mit einer Studie über Novalis („Im Schatten der Neugier“) war Friedrich Strack zunächst Privatdozent am Germanistischen Seminar der Universität Heidelberg. Es folgten Gastprofessuren in Halifax (Kanada), Regensburg, Kiel und Jena, ehe er eine Professur am Institut für Deutsch als Fremdsprachenphilologie der Universität Heidelberg übernahm, die er bis zu seinem Ruhestand (2005) inne hatte.
Zahlreiche Veröffentlichungen zu Klassik und Romantik sowie zum Expressionismus und zur Moderne geben Auskunft über seine wissenschaftlichen Interessen.

Dutt: Die Schuldfrage

Carsten Dutt (Hg.) Die SchuldfrageCarsten Dutt (Hg.)

Die Schuldfrage

Untersuchungen zur geistigen Situation der Nachkriegszeit

Broschur, 248 Seiten mit zahlreichen Abbildungen

ISBN: 978-3-934877-44-3

Preis: Euro 34,00

Die Beiträge des vorliegenden Bandes konzentrieren sich auf einen vergleichsweise schmalen, aber vielstimmig bewegten Untersuchungszeitraum. Nach Form und Gehalt, Äußerungsgelegenheit und kommunikativer Absicht waren es sehr unterschiedliche Stellungnahmen, mit denen sich Schriftsteller und Journalisten, Philosophen und Wissenschaftler, Künstler, Kirchenvertreter und Politiker nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs an der öffentlichen Diskussion über die Schuld Deutschlands und der Deutschen beteiligten. Neben uneinsichtigen Apologien und latent aggressiven Entlastungschriften, die die Verantwortung für die nationalsozialistischen Verbrechen bis hin zum Holocaust auf eine kleine Clique von Tätern abzuwälzen und die Deutschen direkt oder indirekt zu Opfern des Regimes zu stilisieren versuchten, gab es Voten, die den Kreis der Verantwortlichen realitätsangemessen weit faßten und ebenso eindringlich wie differenziert nach den Formen und Folgen von Schuld und Mitschuld, nach angemessenen Modi der Schuldfeststellung, der Entschuldigung und der Wiedergutmachung fragten. Das Spektrum der einschlägigen Publikationen, zu denen außer expositorischen auch literarische Texte sowie bildkünstlerische Arbeiten zählen, wird hier durch vergleichende Untersuchungen und Einzelstudien u.a. zu Karl Jaspers, Julius Ebbinghaus, Hannah Arendt, Dolf Sternberger, Ernst Jünger und Elisabeth Langgässer vermessen.

Beiträge von:
Heidrun Kämper, Andreas Rothenhöfer, Martin Tavakolian, Friederike Reents, Dominic Kaegi, Peter König, Reinhard Laube, Jürgen Schröder, Carsten Dutt, Wilhelm Kühlmann, Helmuth Kiesel, Christmut Präger.

Steltemeier et al. (Hgg.): Neue Utopien

Steltemeier et al. (Hgg.): Neue UtopienRolf Steltemeier, Sascha Dickel, Sandro Gaycken, Tobias Knobloch (Hgg.)

Neue Utopien

Zum Wandel eines Genres

Broschur, 334 Seiten

ISBN: 978-3-934877-73-3

Preis: Euro 34,00

Utopien sind wieder in Mode. Ob in den kulturellen Adaptionen der Science-Fiction, als strategische Instrumente in den Trendbüros und Forschungsinstituten, in technikfuturistischen Visionen oder in Form von neuen politischen Ideen. Zwanzig Jahre nach dem Scheitern der letzten großflächigen, utopischen Experimente des vergangenen Jahrhunderts ist gegenwärtig wieder ein Mut zur wertegeleiteten Zukunftskonstruktion bemerkbar. Die Ankündigung einer Renaissance muss dennoch unter Vorbehalten stehen. Denn im Kontrast zu den großen Erzählungen der Vergangenheit wird deutlich, dass das Genre von einem bis in die Grundstrukturen reichenden Wandel ergriffen wurde.

Inhalt des Bandes:
Einleitung der Herausgeber
1 Utopische Gehalte in der Science Fiction
Struktur und Wirkungsgeschichte der Science Fiction (Herbert W. Franke)
Symbiose oder Ignoranz? Beziehungen zwischen Science Fiction, Wissenschaft und Technik am Beispiel der Erkundung des Weltraums (Hans Esselborn)
2 Die Funktionalisierung des Utopischen
Der kleine Spalt Zukunft, der in der Gegenwart angelegt ist. Trendforschung als Hilfe zur Zukunftsgestaltung (Dirk Bathen)
Computer und Geist. Zur uneingeholten Utopie künstlicher Intelligenz (Tobias Knobloch)
3 Utopie und Technikfuturismus: Kontinuitäten und Diskontinuitäten
Die Ambivalenz technikbasierter Visionen und ihre Funktion in gesellschaftlichen Zukunftsdebatten (Armin Grunwald)
Zur Differenz zwischen dem konvergenztechnologischen Futurismus und der klassischen Utopietradition (Richard Saage)
Transhumanismus und Utopie. Ein Abgrenzungsversuch aus aktuellem Anlass (Christopher Coenen)
Utopische Positionierungen. Vorüberlegungen zu einer Wissenssoziologie des Utopischen und deren Anwendungsmöglichkeiten am Beispiel populärwissenschaftlicher Enhancement-Visionen (Sascha Dickel)
Eine andere Welt ist (technisch) möglich. Zur Dynamik und Lokalität neuer Utopien am Beispiel des Hacking (Sandro Gaycken)
4 Möglichkeitsräume gesellschaftspolitischer Utopien
Wissensgesellschaft 2.0. Lebensverhältnisse, Arbeitsstrukturen und Kommunikationsbeziehungen des 21. Jahrhunderts (Rudolf Maresch)
Learn-Life-Balance. Ein Blick in die Zukunft unserer Lern-, Lebens- und Arbeitsverhältnisse (André Schleiter und Ulrich Schoof)
Nicht-utopischer Anarchismus in der modernen Staatsphilosophie. Michael Taylor und die Folgen (Hartmut Kliemt)
In Verteidigung der Freiheit. Die Utopie der Anarchie in Zeiten des Neoliberalismus (Jürgen Mümken)
Zur Realität der Utopie eines vereinten Europa (Rolf Steltemeier)